Die Digitalisierung eröffnet neue Märkte, erhöht die Prozesseffizienz und vernetzt die reale und virtuelle Welt. Auch die Arbeitswelt verändert sich: Neue Arbeitsformen erhöhen die Arbeitszeitsouveränität und die Individualisierung in der Arbeit. Gleichzeitig findet eine verstärkte Entgrenzung und Ökonomisierung der Arbeit statt, was den Flexibilitätsdruck und den Stresspegel erhöht. Wer in der digitalisierten Welt als Führungskraft bestehen will, muss sich anpassen:

  • Sich selber führen: Die Digitalisierung geht einher mit Vielfalt und divergierenden Bedürfnissen in Teams bei gleichzeitig steigendem Flexibilisierungs- und Leistungsdruck. Um mit diesen Spannungsfeldern umzugehen und trotzdem Wirkung zu erzielen, braucht es einen verantwortungsvollen Umgang mit den eigenen Ressourcen.
  • Digitales Know-how und neue Arbeitsformen kombinieren: Zukünftig gefragt sind Führungskräfte, die sowohl digitales Know-how als auch die Fähigkeit zur Transformation der Arbeit haben. Studien zeigen, dass die flexible Arbeitswelt 4.0 mit ihren neuen Arbeitsformen und sozialen Austauschprozessen eine Voraussetzung ist, um Produktivitätssteigerung durch Digitalisierung effektiv zu nutzen.  
  • Mitarbeitende abholen und fit machen: Die Digitalisierung kann Existenzängste auslösen. Für die junge mobile Generation eröffnet sie Chancen zur Selbstverwirklichung, sofern Vorgesetzte entsprechende Rahmenbedingungen und Orientierung bieten. Wichtige Orientierungspunkte ist die Verankerung einer Zukunfts- und Chancenorientierung. Wissensmitarbeitende produzieren immer häufiger de-materialisierte Outputfaktoren, wie Ideen oder Problemlösungen, was Inspiration und überfachliche Kompetenzen erfordert. Silodenken und Abschottung haben in einer vernetzten Arbeitswelt ausgedient. Das braucht eine entsprechende Vertrauens- und Fehlerkultur. Und weil Entgrenzung sowie vielfältige Erwartungen zum heutigen Arbeitsumfeld gehören, entlastet sich die Führungskraft, wenn sie die Eigenverantwortung der Mitarbeitenden im Umgang mit Stress und Ressourcen fördert.